A + S Aktuell - Ausgabe 26 - 2014

Hersteller MCB-Verlag

Artikel-Nr.: SW10128

 

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Produktinformationen "A + S Aktuell - Ausgabe 26 - 2014"

Gesetzliche Krankenversicherung:
KV45: Erste Minuszahlen und trübe Aussichten

(A+S 26 – 14) Déjà vu nennt man Erlebnisse, die man schon einmal erlebt zu haben glaubt. Zu dieser Art von „Erlebnissen“ gehören wohl auch die Zahlen zur finanziellen Entwicklung der Ge-setzlichen Krankenversicherung (GKV), die das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am 19. Juni 2014 präsentieren mußte. Die so genannten KV45-Fakten für das I. Quartal 2014 belegen, daß man in Deutschland wieder einmal bei der Lieblingsbilanzfarbe für einen Sozialversicherungszweig angekommen ist – nämlich der roten Farbe. Laut BMG fuhr der Gesundheitsfonds in den ersten drei Monates des Jahres 2014 über 2,4 Mrd. € Verlust ein.

Personalia:

1. Zwei Apothekenkammern bestätigen ihre Führungscrew
2. Logopäden beenden innverbandlichen „Krieg“
3. Wachwechsel beim BPI
4. Und dann war da noch …

Dokumentation:
Gesundheitsweise dringen auf schnelle Lösungen für den Ländlichen Raum

(A+S 26 – 14) Wenn man absolut bösgläubig wäre, dann müßte man nach der Lektüre des neuesten Gutachtens des Sachverständigenrates zur Begutach- tung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVRat Gesundheit) auf den Gedanken kommen, daß entweder die Vertragsärzteschaft oder die Gemeinsame Selbstverwaltung in den letzten Jahren angesichts der sich abzeichnenden Probleme bei der Gesundheitsversorgung im Ländlichen Raum blind war und versagt hat. Oder aber die anhaltenden Verteilungskämpfe im bundesdeut- schen Gesundheitswesen verbauten auch den Politikern den Blick darauf, welche Gesundheits-Gefahren durch den demographischen Wandel drohen.

Wie dem auch sei: Auf 629 Seiten, die Kurzfassung verfügt noch über 189 Seiten, listen die Gesundheitsweisen unter dem Titel „Bedarfsgerechte Ver-sorgung – Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche“ nicht nur die bestehenden oder kommenden Defizite auf, sondern sprechen dezidiert „Empfehlungen“ aus. Diese allein nehmen im Band 12 Seiten ein. Ein Konvolut von Einschätzungen und Vorschlägen, die es in sich haben. Folgen CDU-Gesundheitsminister Hermann Gröhe MdB (53) und die führenden Politiker der Großen Koalition auch nur einem Teil der Experten-Voten, so könnten in absehbarer Zeit viele verkrustete Strukturen im Gesundheitswesen aufgebrochen sein. Allein die Länder via Übertragung des Sicherstellungsauftrages in die Verantwortung für die sich abzeichnende Mangelversorgung zu ziehen, hätte etwas für sich.

Nicht alles, was die Weisen vorschlagen, ist hingegen brandneu. Die Ratsidee der „Lokalen Gesundheitszentren zur Primär- und Langzeitversorgung (LGZ)“ findet sich bereits in der „Greifswalder Agenda“ vom 13. August 2009, die Studenten des dortigen Master-Studienganges Healthcare-Management entwickelt hatten. Die LGZ-Idee erblickte auf dem 1. Greifswalder Symposium, das gemeinsam von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Univer-sität und der MC.B Verlag GmbH veranstaltet wurde, am 21. August 2009 das Licht der Öffentlichkeit (vgl. BzG 6 – 10, S. 61ff.). Schon vor vier Jahren heftig attackiert von führenden Funktionären der Vertragsärzteschaft, u.a. aus einem strukturschwachen Gebiet wie Mecklenburg-Vorpommern, was darauf schliessen läßt, wie tief die Verlustängste unter den Medizinern sitzen müssen.

Es bleibt zu hoffen, daß gerade dieses Gutachten nicht nach dem Beamten-motto „Lesen, Lachen, Lochen“ und dann abheften behandelt wird und in Stahlschränken vermodert. Deutschland kann es sich kaum leisten, sich wieder in der traditionellen Trippelschrittpolitik zu üben. Denn früher oder später holen die ungelösten Probleme die Akteure per se ein.
Wir dokumentieren die vom aktuellen Vorsitzenden des Rates, Prof. Dr. med. Ferdinand F. Gerlach (53), autorisierte gesonderte „Zusammenfassung“ im vollen Wortlaut.