A + S Aktuell - Ausgabe 35 - 2014

Hersteller MCB-Verlag

Artikel-Nr.: SW10137

 

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Produktinformationen "A + S Aktuell - Ausgabe 35 - 2014"

Ärzte:
Gassen & Co. knicken vor dem GKV-SV ein! – Der neue „Bettvorleger“ von Doris P.?

(A+S 35 – 14) Den Ablauf „echter“ Tarifverhandlungen hat man irgendwie anders in Erinnerung. Bereits kurz nach Beginn der zweiten Verhandlungsrunde einigten sich am 27. August 2014 die Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-SV) schon über die so genannte „Weiterentwicklung“ der Vergütung der Vertragsärzte im Jahr 2015. Für viele Mediziner an der Basis war das Ergebnis „mager“. Man hatte nach den verbalen Muskelspielereien des Neo-Vorstandsvorsitzenden der KBV, Dr. med. Andreas II. Gassen (52), seit dem 30. Juli 2014 regelrechte „Honorar-Gefechte“ erwartet. Doch sogar zum Erstaunen des GKV-SV dürfte aktuell die KBV frühzeitig „eingeknickt“ sein. Eine Sitzung des Erweiterten Bewertungsausschusses oder gar die Einschaltung des Schiedsamtes unterblieb.

Gesetzliche Rentenversicherung:
rvDialog: Neuer Zwischenfall – Die DRV Bund umgibt eine „Mauer des Schweigens“

(A+S 35 – 14) Wer aktuell versucht mit Mitarbeitern der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) zu sprechen, der wird das Gefühl nicht los, daß in Deutschlands größter Körperschaft ein irgendwie „schlimmes“ Klima herrschen muß. Unzufriedenheit und Frust Einzelner vermag man auch bei anderen Arbeitgebern auszumachen. Doch in der Berliner Ruhrstraße scheint darüberhinaus die Angst umzugehen. Dabei hätten die dort wirkenden Beschäftigten, vor allem die Beamten, eigentlich keinen Arbeitsplatzverlust zu befürchten. Doch der Druck und die Verhaltensweisen, die „von oben“ ausgeübt bzw. praktiziert werden, müssen beträchtlich sein. Sie führen nicht nur zu Unsicherheiten im Umgang mit den Medien, sondern zu einer ausgesprochenen wie ängstlichen Aphasie. Vor allem wenn der innerbetriebliche „Dauerbrenner“ thematisiert wird, das Debakel um die neue Software „rvDialog“ (vgl. zuletzt A+S 30 – 14, S. 2f.). Dann plädieren scheinbar sogar das Direktorium und die Selbstverwaltung der ehemaligen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) für einen „Code of Silence“, eine Mauer des Schweigens.

Personalia:
1. Henke geht als Kammerpräsident in zweite Amtszeit

Verlagsmitteilung:
Terminvorankündigung für die Gala zur Verleihung der dfg Awards® 2015

(A+S 35 – 14) Seit 2009 vergeben die Redaktionen der gesundheitspolitischen Hintergrunddien-ste „dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik“ und „A+S aktuell – Ambulant und Stationär aktuell“ sowie die Berliner MC.B Verlag GmbH den Branchenpreis des Gesundheitswesens, den „dfg Award®“. Jedes Jahr warteten die Träger sowie die Sponsoren der von der „BILD“ mit dem Titel „Gesundheits-Oscar“ geadelten Auszeichnung mit Novitäten auf. Das wird auch bei der 7. Auflage im Jahr 2015 der Fall sein.

Dokumentation:
GKV-SV heizt die Qualitätsdiskussion im Gesundheitswesen an

(A+S 35 – 14) Sitzungen des Verwaltungsrates des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-SV) sind in der Regel nichts für Vergnügungssüchtige. Konzentriert und diszipliniert arbeiten die Selbstverwalter der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) in der Regel ihre Tagesordnungspunkte ab. Das dürfte auch bei der nächsten Zusammenkunft des Kontrollgremiums am 3. September 2014 der Fall sein. Dennoch sorgte am 26. August 2014 der noch nicht einmal vom zuständigen Fachausschuß „Verträge und Versorgung“ des GKV-SV abgesegnete Entwurf eines Positionspapieres zur „Qualitätsorientierten Versorgungssteuerung und Vergütung“ für Schlagzeilen. Mit dem 22-seitigen Oeuvre wollte sich der Kassenverband eigentlich für die kommenden politischen Diskussionen über die „Qualität“ im bundesdeutschen Gesund-heitswesen munitionieren. Die Entwurfsfassung des Papieres sickerte in der Bundeshauptstadt durch. Die Boulevard-Interpretation, künftig solle es ein Ranking der besten niedergelassenen Mediziner in Deutschland geben, ließ prompt die Spitzen der betroffenen Leistungserbringer aufjaulen. Dabei steht davon im Papier des GKV-SV nicht ein Wort.

Der amtierende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Andreas Gassen (52), hatte in der von ihm gepflegten, ungeschickten verbalen Art die Stimmung zwischen der Vertragsärzteschaft und den Kassen angeheizt (vgl. Beitrag in dieser A+S-Ausgabe). Seine in der Art von Gewerkschaftern am 30. Juli 2014 vorgetragene Honorarforderung nach einem Plus von 5 Mrd. € kam nicht nur zur Unzeit, sondern dürfte auch inhaltlich wie argumentativ schlecht in der Berliner Wegelystraße vorbereitet gewesen sein. Daß am 20. August 2014 die erste Runde der Honorarverhand-lungen dann in einem entsprechend relativ eisigen, spannungsgeladenen Klima stattfand, sprach Bände. Das von der KBV geforderte durchschnittliche kalkulatorische Arztgehalt 133.000 € jährlich fand wenig Niederhall bei Politi-kern wie auch beim GKV-SV. Verbal starke Wortspenden auf beiden Seiten waren die Folgen.

In diese Stimmung platzte die Meldung von den angeblichen Rankingfantasien des Kassenverbandes. Prompt konterte Gassen und orakelte am gleichen Tage: „Offenbar plagen die Krankenkassen Allmachtsphantasien“. Die Bevölkerung brauche keine Ärzte-Rankings, eher Krankenkassen-Rankings, um sich orientieren zu können. Der zur Zeit als oberster Vertragsarzt amtierende Orthopäde polterte in einer Art Kampfansage zurück: „Wir werden dies auf jeden Fall zum Anlaß nehmen, um unser Instrument des Krankenkassen-Navigators neu zu beleben. Ärzte sollen ihren Patienten Orientierungshilfen geben bei der Entscheidung für oder gegen eine Krankenkasse.“

Die der A+S-Redaktion vorliegende Fassung datiert vom 29. Juli 2014 und stammt aus der Feder der Abteilung „Krankenhäuser“ des Kassenverbandes. Weite Teile der Vorstellungen betreffen naturgemäß den stationären Sektor, in dem die Qualitätsdiskussion nicht nur aufgrund des Vorpreschens der Berliner Gesundheitspolitiker weit vorangeschritten ist. Und die bei der ansonsten behäbig daherkommenden Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft (DKG) eigentlich auf einen fruchtbaren Boden fiel. Es negiert auch nicht, daß sich der Gemeinsame Bundesausschuß (G-BA) seit langem um die Mindestanforderungen in der Struktur- und Prozeßqualität kümmert. Das oberste Organ der gemeinsamen Selbstverwaltung und seine Arbeitsergebnisse sollten eigentlich in der Berliner Wegelystraße wie auch in der Kölner Universitätsstraße bekannt sein. Schließlich gehören KBV und KZBV neben der DKG und dem GKV-SV zu den Trägern des G-BA. Wenn für den stationären Sektor Mindest-anforderungen definiert werden sollen, dann kann man schnell auf den Gedanken kommen, das auch für andere Bereiche des bundesdeutschen Gesundheitswesens Transparenz und Qualität verbessert werden könnten. Der GKV-SV möchte daher in konsequenter Weise alle Vertragsformen in die Qualitätsdiskussionen einbeziehen. Also auch Selektivverträge oder IV-For-men u.s.w., auch um die Sektorengrenzen überwinden zu können. Daß er letztendlich Qualitätsverträge abschließen möchte und das logischerweise auch kassenspezifisch, versteht sich.

Wir dokumentieren die entsprechenden angeblichen Ranking-Passagen (Position 6) aus dem Entwurf des GKV-SV-Papieres im vollen Wortlaut.