A + S Aktuell - Ausgabe 34 - 2015

Hersteller MCB-Verlag

Artikel-Nr.: SW10185

 

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Produktinformationen "A + S Aktuell - Ausgabe 34 - 2015"

Ärzte:
Honorargespräche 2015: GKV-SV bremst KBV durch neues Gutachten

(A+S 34 – 15) Honorar- und Vergütungsverhandlungen mit den Krankenkassen sind ein zähes und mühevolles Unterfangen. Davon wissen nicht nur Repräsentanten des stationären Sektors zu berichten, sondern auch die Vertreter der anderen Leistungserbringer. Vor allem, wenn der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-SV) für die Gespräche verantwortlich zeichnet. Es bedarf vieler „Runden“, um Honorar-Erhöhungen oder Verbesserungen für die eigene Klientel durchzusetzen. Am Vize-Chef des GKV-SV, Johann-Magnus Freiherr von Stackelberg (64), und seinen Expertentruppen hat sich schon so mancher die Zähne ausgebissen. Ideen- und trickreich verhinderte der baltische Edelmann nicht nur im Arzneimittelbereich bisher, daß Leistungserbringer erhebliche finanzielle Scharten in die Kassenbilanzen schlagen konnten. Das mußten in den letzten Jahren vor allem die Vertreter der Vertragsärzteschaft erleben. Auch die aktuell laufende Honorarrunde 2015 läuft für den amtierenden Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereini-gung (KBV), Dr. med. Andreas II. Gassen (53), nicht „rund“. Der GKV-SV streute am 12. August 2015 zu Beginn der Verhandlungen im gemeinsamen Bewertungsausschuß durch ein neues Gutachten der Baseler prognos AG gezielt „Sand ins Getriebe“ und erboste die Gegenseite. Auch der gemeinsame Thing am 19. August 2015 endete nach stundenlangem Palaver ergebnislos. Jetzt drängt die Zeit – und darauf scheint man in der Berliner Reinhardtstraße zu bauen.

Hess-Ära: Durch KBV-Immobiliengeschäfte wurde der G-BA jahrelang subventioniert

(A+S 34 – 15) Die aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts handeln ab und an etwas schizophren ohne sich über die Folgen ihres Tuns so recht klar zu sein. Man shoppt und surft online, gibt freiwillig Daten über sich preis, aber wundert sich, wenn die U.S.-amerikanische NSA ständig dabei ist, diese an allen nur erdenklichen Stellen „abzugreifen“. Eigentlich möchte jeder, daß z.B. sein eigener Arbeits- oder Dienstvertrag vor den neugierigen Augen anderer Mitmenschen verborgen bleibt? Für die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gilt das nicht mehr. Seit Anfang August 2015 scheint in dieser Körperschaft nichts mehr „geheim“ zu sein – auch wenn es auf so manchem der vielen Dokumente steht, die in interessierten Kreisen kursieren und der A+S-Redaktion vorliegen bzw. zur Lektüre anvertraut wurden. Zu den von interessierter Seite „gestreuten“ Unterlagen gehört u.a. auch der aktuelle Dienstvertrag des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der KBV, Dr. med. Andreas Köhler (54), genauso wie eine Unzahl von Mails, Aktenvermerken, Verträgen, Protokollen u.s.w.. Der öffentlich ausgetragene Selbstzerfleischungsprozeß der verfaßten Vertragsärzteschaft ist weiter in vollem Gange, ein Ende nicht absehbar (vgl. Beitrag in dieser A+S-Ausgabe). In Mitleidenschaft gezogen werden zahlreiche der aktuell handelnden Protagonisten genauso wie „Ehemalige“ und man beschädigt dadurch auch das die Aufsicht führende Bundesgesundheitsministerium (BMG) von CDU-Minister Hermann Gröhe MdB (54). Ein gefundenes Fressen für alle Kritiker der Vertragsärzte wie z.B. SPD-Matador Prof. Dr. med. Dr. sc. (Harvard) Karl W. Lauterbach MdB (52), der dem Vernehmen nach schon nach Wegen sucht, dem KV-System den Blattschuß zu verpassen.

KBV-Selbstzerfleischungsprozeß: FALKen bewegen sich auf dünnem Rechts-Eis

(A+S 34 – 15) Nicht nur auf dem Schachbrett lautet die Devise: „Schlägst Du meine Bauern, nehme ich mir Deine“. Auch im wahren Leben ist das so. Während sich die Vizechefin der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Regina Feldmann (62), mit scheinbarer Wonne um die Demontage des „Systems“ Köhler kümmert (vgl. Beitrag in dieser A+S-Ausgabe), beseitigte der am-tierende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Andreas II. Gassen (53) unliebsame Kritiker aus den Reihen der sechs FALK-KVen aus Gremien der Gemeinsamen Selbstverwaltung, die die KBV besetzen darf. Diese wiederum scheinen sich auf den amtierenden Vorsitzenden der Vertreterver-sammlung (VV) der Körperschaft, Hans-Jochen Weidhaas, eingeschossen zu haben und verlangten am 18. August 2015 dessen Kopf. Der Abwahlantrag trägt 15 Unterschriften aus sieben KVen. Und da dieses 60-köpfige, oberste Beschlußorgan der Vertragsärzteschaft mittlerweile wohl dreigespalten ist, rief am gleichen Tage eine 19-köpfige Gruppe aus wohl „vernünftigen“ KV-Vorständen und Delegierten zur Mäßigung auf, stellte sich hinter Weidhaas und maßregelte verbal den FALK-Matador und Vorsitzenden der KV Westfalen-Lippe, Dr. med. Wolfgang-Axel Dryden (65). Es bleibt spannend, wer „der oder die nächste“ in dieser ehrenwerten Akademikergesellschaft ist, über dem sich ein Shitstorm aufbaut. Die nächste Sondersitzung der KBV-VV ist für den 18. September 2015 terminiert.

Spätfolgen: PVS-Verband kurz vor dem Auseinanderbrechen!?

(A+S 34 – 15) Es gibt eine gewisse Personengruppe im bundesdeutschen Gesundheitswesen, die könnte man im besten österreichischen Sprachgebrauch unter der Titulatur „Adabeis“ subsummieren. Wo auch immer auf dem gesundheitspolitischen Parkett der Bundeshauptstadt ein wichtiger Event stattfindet, ein großer Teil von ihnen ist „auch dabei“. Wer sich als Interessenvertreter oder Verbandsfunktionär gerne einladen läßt, der muß – so sehen es die Etikette Berlins vor – ebenfalls eine Sause schmeißen. Je prominenter die „Location“, umso besser. Peinlich wird es für den potentiellen Berliner Gastgeber nur, wenn er Terminankündigungen verschickt hat, damit nicht nur die anderen „Adabeis“ für den Oktober 2015 den vorgesehenen Termin blockieren, sondern er nur eine kurze Zeit später seinen Verbandsvorsitzenden einen Brief schreiben läßt, mit dem der Event wieder abgeblasen wird. Vor allem, wenn durch die Aktion bekannt wird, daß es dem Verband nicht nur finanziell schlecht geht, sondern er unter Umständen vor dem Auseinanderbrechen steht.