A + S Aktuell - Ausgabe 14 - 2016

Hersteller MCB-Verlag

Artikel-Nr.: SW10215

 

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Produktinformationen "A + S Aktuell - Ausgabe 14 - 2016"

Verlagsmitteilung:
Abstimmungsphase dfg Award® 2016: Bitte Poststellen und Sekretariate informieren

(A+S 14 – 16) Im Rennen für den Sieg beim dfg Award® wetteifern im Jahr 2016 insgesamt 25 Nominees in den fünf Kategorien um den begehrten „Gesundheits-Oscar“. So klassifizierte schon 2012 die BILD-Zeitung den Branchenpreis des Gesundheitswesens. Daher feilte die hochrangig besetzte Jury in diesem Jahr besonders intensiv an den Formulierungen für die jeweiligen Texte auf den Abstimmungsbögen.

Krankenhäuser:
Akquisefolgen: Wenn der Unternehmensberater die „pro bono“-Tour reitet

(A+S 14 – 16) Wenn man nicht mehr weiter weiß, dann gründet man bekanntlich einen Arbeitskreis. Oder holt sich die berühmt-berüchtigten Unternehmensberatungen ins Haus. Meist haben die eine U.S.-amerikanische Konzernmutter und ihre jungen wie alerten Mitarbeiter legen oft ein besonderes Sozialverhalten an den Tag. Sie stammen von McKinsey ab, heißen in Kurzform KPMG, PwC oder E & Y, treten aber auch schon mal unter Accenture, Bain, DeLoitte oder als The Boston Consulting Group = BCG auf. In Deutschland konnten international nur Roland Berger und seine Mannen mithalten. Allen gemeinsam ist: Wenn sie aus der Firma, dem Krankenhaus, der Körperschaft oder Organisation entschwunden sind, hinterlassen sie intern meist ein gewisses Schlachtfeld und verletzte Seelen bei so manchem Mitarbeiter. Da Beratungsaufträge aber nicht dauerhafter Natur sein können und sollen, befindet sich ein Teil der Führungsmannschaft fast ständig auf Akquisitionstour. Lukrative Aufträge wachsen ja nicht wie von selbst auf den Bäumen, damit man sie abgreifen kann. Ein unerquicklich zu nennender Auswuchs der unter dem Ertrags-Druck ihrer Konzernmütter stehenden Manager ist ein fast unsittlich zu bezeichnendes Angebot. Es nennt sich „pro bono“. Man könnte es auch als „Einschleichen“ oder Einschleimen bezeichnen. Wer die angebotenen kostenlosen Dienstleistungen annimmt, der tritt wichtige Daten über sich selbst ab, kriegt zwar kostenlose Hilfe, aber kann ganz schön in die Bredouille geraten, wie ein neues, paradigmatisches Beispiel aus Berlin zeigt. Und das sich Unternehmen, Organisationen wie Körperschaften im Gesundheitswesen als Warnung an die Tür kleben sollten, falls bei ihnen Beratungsunternehmen anklopfen.

Deutscher Ethikrat: Patientenwohl wird Politik zum Handeln zwingen

(A+S 14 – 16) Nicht alles, was ethisch als wünschenswert erscheint ist ökonomisch umsetzbar. Dennoch, an dem Inhalt und den Empfehlungen des am 6. April 2016 in Berlin vom Deutschen Ethikrat präsentierten Gutachtens werden vor allem viele Gesundheits- und Finanzpolitiker des Bundes wie in den Ländern keine rechte Freude haben. Herumkommen dürften sie aber um das Votum des unabhängigen Berater-Gremiums nicht. Die 26 paritätisch vom Bundestag und Bundesrat berufenen Wissenschaftler rechnen auf 155 Seiten mit zum Teil harschen Worten unter dem Titel „Patientenwohl als ethischer Maßstab für das Krankenhaus“ mit den Zuständen im stationären Sektor ab. Für so manchen Klinik-Kritiker mögen die Ausführungen der Ethiker Wasser auf ihre argumentativen Mühlen sein. Doch nicht alle der 29 Empfehlungen dürften auch umsetzbar, wenn überhaupt unter dem Blickwinkel des ökonomischen Druckes machbar sein. Auch wenn die Patienteninteressen und ihr Wohl in jeder Einrichtung eigentlich an der Spitze jedes Denkens und je- des Handeln stehen sollten, viele gute Ideen müssen auch finanzierbar sein. Da verwundert es kaum, daß sich viele Politiker bzw. die Organisationen im Gesundheitswesen in der Hauptstadt erst einmal völlig überrascht vom Inhalt des Gutachtens zeigten und sich mit eigenen Reaktionen zurückhielten. Dabei „erwischt“ zu werden, wie man trotz allen guten Willens die Finanzierbarkeit der medizinischen Versorgung mehr im Blick hat als die eigentlich notwendigen ethischen Grund-sätze, das tut weh und ist nicht leicht zu verkraften.

Wir dokumentieren die Zusammenfassung des Ethikrat-Gutachtens im vollen Wortlaut.