A + S Aktuell - Ausgabe 20 - 2018

Hersteller MCB-Verlag

Artikel-Nr.: SW10316

 

Als Sofortdownload verfügbar

17,67 € *
 
 
 
 
 

Produktinformationen "A + S Aktuell - Ausgabe 20 - 2018"

Kommentar zur Gesundheits- und Sozialpolitik:
Notfallversorgung: Der „Tanz um‘s goldene Kalb“ beginnt erst

(A+S 20 – 18) Wenn es nach dem Willen des Gesetzgebers gegangen wäre, dann hätte der wegweisende Beschluß des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 19. April 2018 zur „Notfallversorgung“ schon Ende 2016 gefällt werden müssen. Doch der Widerstand der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft (DKG) war aus verständlichen Gründen heftig. Sieht doch der Beschluß des G-BA – der noch nicht rechtskräftig ist – ein neues, gestuftes Notfallversorgungskonzept vor, bei dem gerade in Ballungsgebieten die eine oder andere Einrichtung auf der Strecke bleiben könnte. Das können Interessenvertreter nicht klaglos hinnehmen. Denn mit den Mindestanforderungen des Stufenmodells dürfte für Kliniken, die die gesetzten Standards nicht vorhalten können, keiner der entsprechenden Zuschläge für die Vorhaltung von Geräten, Spezialbetten und der notwendigen Anzahl von Fachärzten generierbar sein. Wie hoch diese Zuschläge ausfallen, müssen noch der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-SV) und die DKG aushandeln. Das Tauziehen dürfte wieder „anstrengend“ werden. Denn der „Tanz um’s goldene Kalb“ hat erst begonnen. Und er dürfte für so manchen Interessenverband eine Zerreißprobe darstellen. Denn eine gut durchdachte und optimal geplante Notfallversorgung fordert nicht nur den stationären Sektor, alle entscheidenden Akteure sind gefragt. Und die auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen ähnelt einer Sisyphos-Arbeit.

Gesundheitswesen / eHealth:
eHealth: Die Zeiten der ewig Gestrigen könnten vorbei sein

(A+S 20 – 18) Es gibt im Leben eines Entscheidungsträgers gewisse „Zeitfenster“, die müssen sie oder er zu nutzen wissen, um wichtige Beschlüsse fassen und durchdrücken zu können. Schon Alt-Bundeskanzler wie Dr. iur. Konrad Adenauer (+) oder Dr. phil. Helmut Kohl (+) wußten das. Und scheinbar hat beim Thema „Digitalisierung der Gesellschaft“ deren aktuelle CDU-Sukzessorin Dr. rer. nat. Angela Merkel MdB (63) diese Witterung aufgenommen. Nach übereinstimmenden Berichten eröffnete sie am 8. Mai 2018 auf einer Sitzung der CDU-Kreisvorsitzenden in Berlin den Abgesang auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in der jetzigen, projektierten Form. Einen Tag später, am 9. Mai 2018 machte der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt den Weg frei für telemedizinische Behandlungsformen. Das Fernbehandlungsverbot in der bisherigen strikten Form fiel. Am 14. Mai 2018 fiel in Düsseldorf der Zuschlag für eine denkwürdige wirtschaftliche Kooperation für eine „eGesundheitsplattform“ via App zwischen einer großen Kassen-ARGE, einem PKV-Unternehmen und einem IT-Guru (vgl. Beitrag in dieser A+S-Ausgabe). Irgendwie hat man den Eindruck, im bundesdeutschen Gesundheitswesen stehen Revolutionen statt evolutionärer Entwicklungen an, die die üblichen Verdächtigen in Gestalt von Bestandswahrern und Latifundienverteidi-gern Mores lehren. Die Zeiten der ewig Gestrigen im IT-Bereich könnten auf einmal vorbei sein.

eGesundheitsakte: Mischen ein IT-Guru, die APKV und BITMARCK den „Markt“ auf?

(A+S 20 – 18) Für das „Weiterleben“ der Berliner gematik und ihres „Sorgenkindes“ namens elektronische Gesundheitskarte (eGK) stehen bekanntlich die Zeichen schlecht. Schließlich scheinen nicht nur CDU-Bundeskanzlerin Dr. rer. nat. Angela Merkel MdB (63), sondern auch Neo-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn MdB (38) das Projekt in seiner jetzigen Form seit dem 11. Mai 2018 zum Abschuß freigegeben zu haben (vgl. Beitrag in dieser A+S-Ausgabe). Technologisch modernere Alternativen bietet der IT-Markt zusammen mit Akteuren aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schließlich seit längerem an. Denn neben den Eigenentwicklungen des AOK-Systems und des Duos aus Techniker Krankenkasse (TK) und IBM Deutschland GmbH be-trat am 14. Mai 2018 ein weiterer, gewichtiger Wettbewerber die Szene. An diesem Tag erfolgte in Düsseldorf durch eine spezialisierte Anwaltskanzlei der Zuschlag für ein „eGesundheitsplattform“ genanntes, App-basiertes-System einer elektronischen Gesundheitsakte. Das erfuhr die A+S-Redaktion aus mit der Sache betrauten Kreisen, denn eigentlich sollte der Coup erst am 29. Mai 2018 das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Das System könnte, so war zu hören, angesichts seiner Marktreife bereits im Juni 2018 von Versicherten und Körperschaften nutzbar sein.

Gesetzliche Krankenversicherung:
Mitgliederentwicklung: Neue Rekorde – Schwächelt der AOK-Run bereits?

(A+S 20 – 18) Während andere Volkswirtschaften schwächeln, geht es in Deutschland immer weiter aufwärts. Wenn auch etwas mit gebremstem Schaum. Auch wenn die Integration der Flüchtlinge und Immigranten schwer fallen mag, es ist extrem lange her, daß in bundesdeutschen Landen fast Vollbeschäftigung herrschte. Dieses schlägt sich bekanntlich in den Daten und Fakten der Sozialversicherungszweige nieder, macht also auch nicht vor der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) halt. Zwar wurde zum Stichtag 1. April 2018 erneut mit 56,4 Mill. ein neuer Mitglieder-Rekord aufgestellt (vgl. A+S 18+19 – 18, S. 5ff.). Aber die stete Entwicklung „nach oben“ scheint bei vielen Kassen oder ihren Verbänden in den ersten drei Monaten des Jahres 2018 weiter abgeflacht zu sein. Oder aber „Aufräumarbeiten“ in den Beständen z.B. bei den „Saisonarbeitern“ hinterließen schon so ihre Wirkungen. Sogar im „grünen Lager“ schwächelte eine AOK-Schwester. Erstaunlich ist es, daß viele Betriebskrankenkassen frischen Wind unter ihren Segeln zu spüren beginnen. Bei allen anderen Kassenarten weist die Kurve entweder nach unten oder deutet eine gewisse Expansions-Stagnation an. Es bleibt also dabei: Entgegen aller ökonomischen Trends müssen sich die Kassengranden in allen anderen Kassenarten trotzdem so ihre Gedanken machen, warum aktuell zehn von elf Ortskrankenkassen, mit gut zwei Drittel weiterhin den Löwenanteil an der Zuwachs-Butter aus dem I. Quartal 2018 auf dem dicken Brot des Erfolges wegstreichen. Die TOP 10-Liste des neuesten dfg-GKV-Mitglieder-Rankings nach Köpfen dominieren noch immer sechs AOKen. Das geht aus den Erhebungen der Redaktion des gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes „dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik“ vom 17. Mai 2018 hervor.

Gesetzliche Rentenversicherung:
Rentenkommission: Gröhe wagt sich mit an die Quadratur des Kreises

(A+S 20 – 18) Der einst fein austarierte „Generationenvertrag“ in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) läuft Gefahr, aus dem Ruder zu laufen. Wenn die so genannten deutschen „Baby Boomer“ ab Mitte der 20er Jahre dieses Jahrhunderts ihre erworbenen Rentenansprüche zu verspeisen gedenken, könnte es eng werden mit den Finanzen der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Vor allem aber auch für die verantwortlichen schwarz-roten Politiker, wenn sie allein nur die im aktuellen Koalitionsvertrag gemachten Versprechungen einhalten wollen. Wer verbrennt sich dabei gerne die Finger? Niemand. Daher soll es wieder einmal ein fachkundiges Gremium „richten“. Der zuständige unabhängige, paritätisch zusammengesetzte „Arbeitskreis“, der sich an die Quadratur des Finanz-Kreises der DRV machen soll, nennt sich „Rentenkommission Verläßlicher Generationenvertrag“ und wurde am 3. Mai 2018 vom zuständigen SPD-Bundesarbeitsminister Hubertus Heil MdB (45) eingesetzt.

Personalia:

1. DGB: Buntenbach bei Gewerkschaftern beliebter als der Chef
2. BÄK: „Monti“ will nicht mehr und läutet Wahlkampf um Nachfolge ein
3. AWMF setzt auf Kontinuität
4. VUD setzt auf Kontinuität
5. Städtische Kliniken Köln: Personalsuche weitet sich zur Farce aus
6. Pflegekammer Niedersachsen i.G. engagiert bereits Geschäftsführer
7. PHAGRO behält Vorsitzenden, verjüngt aber Vorstand
8. Sozialverband VdK: Präsidentinnenamt bleibt in bayerischer Hand
8. Paracelsus-Medaille für Margita Bert
9. Dr. med. Bernd Schottdorf (1940 – 2018)