A + S Aktuell - Ausgabe 28 - 2019

Hersteller MCB-Verlag

Artikel-Nr.: SW10368

 

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Produktinformationen "A + S Aktuell - Ausgabe 28 - 2019"

Kommentar zur Gesundheits- und Sozialpolitik:
Gesundheitsmarkt: „Wir gehen denn mal shoppen“

(A+S 28 – 19) Wer seit Jahrzehnten mit aufmerksamen Augen durch die bundesdeutschen Land-schaften wandelt, dem dürfte längst aufgefallen sein, daß „nichts mehr so ist, wie es früher einmal war“. Der so genannte „gesellschaftliche Wandel“ ist ein in der Geschichte der Menschheit bekanntes Phänomen – nur scheint er im 21. Jahrhundert nicht mehr schleichend daher zu kommen, sondern zu galoppieren. Nicht nur der gesundheitsökonomische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, Dr. phil. Achim Kessler MdB (54) beklagt dabei ständig die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens, auch andere Akteure sehen Vorgänge im „Markt“ langsam kritisch und suchen nach Auswegen. Viele wollen einfach nur eine „gute Medizin“ anbieten und schielen weniger nach den dabei zu erzielenden Umsätzen, Einkommen oder gar Gewinnen. Andere haben genau das Gegenteil im Sinn. Denn in einigen Bereichen hat man seit ca. 2014 den Eindruck als ob international erfahrene wie über Vermögen verfügende Männer und Frauen sich getrennt voneinander das Ziel gesetzt haben: „Wir gehen dann mal shoppen“ im bundesdeutschen Gesundheitswesen.

Gesundheits- und Sozialpolitik:
SPD-Bedenken: DVG-Kabinettsentwurf läßt Kassen im Regen stehen

(A+S 28 – 19) Die internen Kabalen und Streitigkeiten in der schwarz-roten Koalition haben bereits gravierende Auswirkungen auf die bundesdeutsche Gesundheitspolitik. Zwar brachte CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn MdB (39) am 10. Juli 2019 seinen „Entwurf eines Gesetzes für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“, das so genannte Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) erfolgreich über die Hürde namens Bundeskabinett. Doch weil das SPD-geführte Bundesjustizministerium (BMJ) ihm aus angeblichen Datenschutzbedenken während der so genannten Phase der „Ressortabstimmung“ gehörig in die Parade gefahren war, mußte der Minister den DVG-Entwurf gehörig abspecken. Das könnte erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklungen der elektronischen Patientenakten (ePA) und andere IT-Planungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben. Dennoch setzen die AOK Bundesverband GbR wie auch die Essener BITMARCK Holding GmbH ihre Arbeiten ohne Verzug fort. Ob mit oder ohne Sanctus des Gesetzgebers, die Digitalisierung im Gesundheitswesen soll ungehindert voran schreiten.

Zahnärzte:
Z-MVZ: „Wir haben es ja nur gut gemeint“ – Versagen der KZBV-Lobby!?

(A+S 28 – 19) Längere Zeit lief die verfaßte Vertragszahnärzteschaft Sturm gegen Versuche von „Heuschrecken“, also Private Equity-Investoren, sich über die Akquisition von einzelnen zahnärztlichen Medizinischen Versorgungszentren (Z-MVZ) zu „bereichern“. Vor allem, wenn die Bildung von konzernartigen Strukturen wie Dentalketten über das „Vehikel“ eines aufgekauften Krankenhauses stattfanden (vgl. zuletzt A+S 42 – 18, S. 5ff.). Die Politik half und fügte mit dem TSVG in das SGB V einen neuen Abs. 1b in den § 95 ein. Dezidiert schrieb man vor, wie ein Z-MVZ noch durch eine Klinik gegründet werden kann. Und die zuständige Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) jubilierte am 14. März 2019, während seitdem nicht nur via Twitter betroffene Zahnärzte Zeter und Mordio schreien. Doch neuere, der A+S-Redaktion vorliegende Zahlen scheinen zu belegen, daß der Lobby-Schuß der KZBV offenbar nach hinten losgegangen ist, also scheiterte. Die rund zehn „Heuschrecken“, die laut KZBV dabei sind, sich ihre Dentalketten zu schaffen, dürfte es freuen.

Heilmittel:
Physiotherapeuten: Wenn dem Chef weniger übrig bleibt als Angestellten

(A+S 28 – 19) Mit dem HHVG schuf 2018 die schwarz-rote Koalition die Grundlagen dafür, daß sich die Honorarsätze für Physiotherapeuten ab dem 1. Juli 2019 wesentlich erhöhten (vgl. A+S 26 – 19, S. 9ff.). Doch es scheint so zu sein, daß die nun zu erzielenden Minuten-Umsätze von z.B. 85 Eurocent nicht ausreichen, um die Therapeuten zufrieden zu stellen. Sie bessern zwar die wirtschaftliche Lage auf, aber wie prekär die Situation teilweise vor dem Gesetzgebungsvorhaben von CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn MdB (39) war, beleuchten die Ergebnisse der ersten gemeinsamen Wirtschaftlichkeitsanalyse von 552 Praxen der Mitglieder der drei beteiligten Berufsverbände, dem Interessenverband freiberuflicher Physiotherapeuten (IFK), von Physio-Deutschland und dem VPT – Verband Physikalische Therapie, die am 10. Juli 2019 in Nürnberg vorgestellt wurde.

Gesetzliche Krankenversicherung:
GKV-Fusionsautobahn II: Der Betrieb nimmt doch zu

(A+S 28 – 19) Scheinbar herrscht auf der „Fusionsautobahn“ der Gesetzlichen Krankenversich-erung (GKV) doch mehr Betrieb als vor kurzem angenommen (vgl. A+S 27 – 19, S. 7f.). Nach den, der A+S-Redaktion vorliegenden, Informationen zeichnet sich zum Stichtag 1. Januar 2020 ein dritter Zusammenschluß von zwei Betriebskrankenkassen (BKKen) ab. Sollte es zu der Fusion kommen, dann würde ein weiteres Bundesland zu denjenigen gehören, die dann keine Krankenkasse mehr unter ihrer Aufsichtsfuchtel haben.

Personalia:

1. PKV-Verband unter neuer Führung
2. LZÄK Thüringen setzt auf Kontinuität
3. Neue Aufgabe für ehemaligen DGUV-Hauptgeschäftsführer