A + S Aktuell - Ausgabe 25 - 2018

Hersteller MCB-Verlag

Artikel-Nr.: SW10320

 

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Produktinformationen "A + S Aktuell - Ausgabe 25 - 2018"

Gesundheits- und Sozialpolitik:Krankenhäuser:
BMF-Beirat will tiefgreifende Reformen

(A+S 25 – 18) Eine herrschende Meinung in der wissenschaftlichen Literatur wie in der Gesellschaft bildet sich in den seltensten Fällen von heute auf morgen. Aber eine Erkenntnis dürfte im bundesdeutschen Gesundheitswesen nicht erst seit den ständigen Finanz-Klagen der Krankenhausorganisationen in den letzten Jahren gereift sein: „Im stationären Sektor muß etwas Tiefgreifendes passieren“. Doch allen Beteiligten muß klar sein, daß der konsensuale Weg dorthin steinig sein wird, denn die divergierenden Interessen von Krankenhausträgern, Kostenträgern, Ländern und dem Bund machen eine Einigung fast zum „Ding der Unmöglichkeit“. Gehöriges Wasser auf die Mühlen derjenigen Akteure, die auf eine schnelle Reform drängen, goß am 20. Juni 2018 ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesfinanzministerium (BMF), das in Berlin veröffentlicht wurde. Auf knapp 59 Seiten machten sich die 36 Professoren aus den unterschiedlichsten Disziplinen über die „Über- und Fehlversorgung in deutschen Krankenhäusern“ her. Ihre Vorschläge, wie z.B. endlich die monistische Finanzierung einzuführen, sind teilweise uralt. Oder dürften am Beharrungsvermögen von Kommunen und Ländern scheitern. Zumal sich auch dieses Expertengremium nicht in allen Details einig war. Andere Empfehlungen, sollten sie von den Politikern umgesetzt werden, würden andererseits tiefgreifende Strukturveränderungen nicht nur im stationären Sektor, sondern auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bewirken.

Wir dokumentieren die Kurzfassung und die Beirats-Empfehlungen im vollen Wortlaut.

Ärzte:
Kommission Modernes Vergütungssystem: Spahn überrascht wieder einmal alle

(A+S 25 – 18) Schneller als erwartet setzte CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn MdB (38) eine weitere Vorgabe aus dem schwarz-roten Koalitionsvertrag um. Das Bundeskabinett be-schloß am 20. Juni 2018 die Installation von mehreren Beratungsgremien. Eines davon war die „Wissenschaftliche Kommission für ein modernes Vergütungssystem“ (KOMV) beim Bundesmini-sterium für Gesundheit (BMG). Der vom Spahn-Haus vorbereitete, notwendige Erlaß sieht die Berufung von dreizehn Experten vor. Die der A+S-Redaktion vorliegende Liste hat es in sich. Denn obwohl alle Wissenschaftler in ihren Fachbereichen über einen ausgezeichneten Ruf verfügen, sucht man auf ihr erklärte Interessenvertreter aus der Ärzteschaft, den Kostenträgern oder bestimmte wissenschaftliche „Adabeis“ vergebens. Das dürfte vom BMG aber auch so gewollt worden sein.

Gesetzliche Krankenversicherung:
MDK-Branchensoftware wird zwar teurer – aber optimiert das Prüfungsgeschehen

(A+S 25 – 18) Man reibt sich verwundert die Augen. Aus dem früher heftig zerstrittenen Häuflein (vgl. A+S 18+19 – 13, S. 2ff.) der 15 regionalen Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDKen) scheint eine einige Gruppe von Körperschaften geworden zu sein. Zumindest auf der Ebene der Geschäftsführungen und wenn es um IT-Fragen geht. Am 29. Mai 2018 segneten die 15 Körperschaften in der Gesellschafterversammlung der gemeinsamen MDK-IT GmbH die nächste Stufe zur Implementierung einer gemeinsamen Branchensoftware ab. Damit schärfen die MDKen ihre Möglichkeiten, nicht nur Krankenhausleistungen, sondern auch die anderer Leistungserbringer einheitlich und noch optimaler zu prüfen. Den Zuschlag für die künftigen Rechenzentrumsleistungen und die weiteren Supportleistungen soll danach (wieder) eine Bietergemeinschaft rund um die Hornburger HBSN AG erhalten haben. Vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung. Einziger Wermutstropfen: Wie meistens bei IT-Planungen wird das Vorhaben teurer als zuerst angenommen. Der vollständige Regelbetrieb ist ab 2023 vorgesehen.

Gesetzliche Krankenversicherung / eHealth:
Digitalisierung: vdek-Beschluß erfolgte nicht einstimmig

(A+S 25 – 18) Bei einem Interessenverband den Konsens suchen, das ist nicht einfach. Wenn die Zeichen auf internen Sturm oder gar Zoff stehen, dann ist das Unterfangen unmöglich. Daß scheint zur Zeit beim Ersatzkassenverband vdek der Fall zu sein. Dort balgt man sich intern um Pöstchen und Einfluß bei den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung (MDKen). Daher erfolgte die Verabschiedung eines Forderungspapieres zur Digitalisierung im Gesundheitswesen durch die jüngste Mitgliederversammlung des Verbandes am 14. Juni 2018 nach Bekunden von Teilnehmern auch nicht einstimmig. Eine Tatsache, die in „normalen“ Zeiten bei den Selbstverwaltungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur äußerst selten vorkommt.